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Durchgeführte Projekte in Afghanistan.
6) Medizinischer Einsatz im April 2007
Die Ulmer Initiative hat sich dank Spenden von Privatpersonen im Zeitraum vom 06. April bis einschließlich dem 11. Mai 2007 für ungefähr fünf Wochen wieder von Ulm nach Afghanistan auf den Weg gemacht,
um Frauen und Kinder in Kabul mit medizinischen Hilfsgütern und Lernmaterialien für die Sanaje Berufschule zu unterstützen..
Der medizinische Einsatz im Monat April dieses Jahres fand aufgrund der gefährlichen Sicherheitslage in Afghanistan mit dem Flugzeug statt.
Der gesamte Weg von der Provinz Herat bis zur Stadt Kandahar - die Hochburg der Tabilan - wird als sehr gefährlich eingestuft, da laufend Reisende überfallen und getötet werden. Insbesondere die
Zahl der Entführung und Ermordung von Mitarbeitern, sowie deren Angehörigen der Hilfsorganisationen ist in vergangener Zeit rasant angestiegen.
Freunde der Ulmer Initiative sowie das Auswärtige Amt haben uns empfohlen die Reise per LKW zu meiden. Aus diesem Grunde wurden am 04. März 2007 circa 1,5 Tonnen medizinische Güter und Lehrmaterialien aus
Deutschland bis zur iranisch-afghanischen Grenze transportiert. Herr Rafizada dagegen flog am 06. April mit dem Flugzeug von München über Istanbul nach Kabul. Die Güter wurden von Vertretern der Ulmer Initiative
ab der Grenze bis nach Kabul nur mit Begleitschutz weiter transportiert. Die Selbstmordattentäter haben noch mehr zugenommen. Rafizada erlebte während seinem Aufenthalt fast jede Woche zwei bis drei Anschläge. Das
Ziel dieser Anschläge sind oft das Militär, die Polizei und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen. In Schulen haben Schuldirektoren und Lehrer die Sicherheit selbst in die Hand genommen. Jeden Tag wird eine
Sicherheitsgruppe ausgewählt, die aus Schülern besteht, die an der Eingangstür die Schüler nach gefährlichen Gegenständen durchsucht und ihnen diese gegebenenfalls entnimmt. Dadurch werden Attentaten an Schulen
verringert und größtenteils vermieden..
Da die Sicherheitslage in Kabul sehr instabil und gefährlich ist, war es nicht ratsam sich allein ohne Begleitung auf die Straßen zu begeben. Während Herrn Rafizadas Aufenthalt in Kabul wurde von
den Lehrern, Schülern und deren Eltern zum Dank ein großes Fest veranstaltet. Sie alle haben die Hilfe aus Deutschland sehr herzlich angenommen. “Die Kinder in Afghanistan sind keine Täter, auch
sie sind Opfer! Opfer von Armut und Krieg!” erzählte uns eine Mutter, eine andere Mutter sagte “Bildung stoppt Fundamentalisten! Ansonsten werden auch wir früher oder später Opfer des
Terrors”. Die Hilfe die wir leisten, scheint zumindest also bei den Kindern in Afghanistan Hoffnung zu wecken.
Die medizinischen Utensilien wurden schließlich unter Aufsicht des Gesundheitsministeriums zur Rabeaje Balkhi Frauenklinik und die Lehrmaterialien der Sanaje Berufsschule übergeben. Fehlendes wurde noch auf dem
Bazar von Kabul besorgt. Ein großer Teil der Schule wurde renoviert und Herr Rafizada hat auf Wunsch deutscher Lehrer Deutschunterricht gegeben.Dieser Unterricht wurde von den dortigen Schülern und Lehrern
mit Begeisterung aufgenommen.
Die Versorgung in Kabul ist durch die mangelnde Sicherheit noch schlechter geworden und die Not der Bevölkerung ist groß. Unerfreulicherweise haben sich wegen der Überfälle viele Hilfsorganisationen
zurückgezogen und die Versorgung ist noch schlechter geworden. Sie alle - Menschen in Afghanistan - haben uns gebeten, die Hilfsleistungen nicht zu stoppen. Obwohl die Lage in Afghanistan aufgrund der vielen Attentate
zurzeit sehr kritisch zu sein scheint, sagten uns alle, dass wir uns nicht zu fürchten brauchten, da auch die afghanischen Menschen und vor allem die Kinder unter dem Terror zu leiden hätten..
Die international versprochene Hilfe, die Afghanistan nach dem Krieg zugesichert wurde, sind laut der afghanischen Regierung nur zu 5 % angekommen. Durch die anhaltend sehr große Armut in Afghanistan ist es für die Taliban sehr
leicht, unter der Bevölkerung Zuspruch zu finden und diese dann an sich zu binden. Herr Rafizada wurde während des Aufenthalts in Kabul von einem Auto überfahren und musste in ein deutsches Lazarett gebracht werden. Nach der
Behandlung und einigen Stunden Beobachtung wurde er entlassen. Nach fünf Wochen humanitären Einsatzes ist Herr Rafizada am 11. Mai 2007 erfolgreich aus Kabul über Istanbul nach Frankfurt zurück geflogen.
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